Raus aus der Ranking-Falle: Innovatives Ranking gibt Forschenden mehr Souveränität

Für die Wirtschaftswissenschaften steht jetzt ein innovatives und anpassbares Publikationsranking mit dem Namen P-Rank zur Verfügung, entwickelt von Prof. Dr. Asvin Goel, Kühne Logistics University (KLU). Forschende können die Rankingkriterien so wählen, dass die Ergebnisse zu ihrer Publikationsstrategie passen. Ziel ist, Forschenden mehr Souveränität über die Bewertung ihrer Forschungsleistung zu geben. P-Rank verzeichnet hohe Zugriffszahlen in Europa und Asien.

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„Das Tool versetzt Forschende in die Lage, potentiellen Arbeit- und Geldgebern in der Forschung ein differenziertes Bild ihrer Arbeit zu vermitteln“, erläutert KLU-Professor Dr. Asvin Goel, der das Meta-Ranking programmiert hat, seine Motivation. Rankings seien wertvoll und wichtig, um Leistung unabhängig von persönlichen Netzwerken bewerten zu können. Der hohe Stellenwert von Rankings könne aber dazu führen, dass Forschende sich gedrängt fühlten, ihre Publikationsstrategie an bestimmte Rankingkriterien anzupassen. „In extremen Fällen unterlassen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wichtige Forschungsarbeiten, wenn sie befürchten, dass sie diese nicht in Ranking-relevanten Zeitschriften publizieren können“, warnt Prof. Goel.

Rankingplatz entscheidet über Karriere

Die akademische Karriere von Wissenschaftler*innen ist heute stark vom Publikationserfolg abhängig, also von der Anzahl veröffentlichter Artikel in angesehenen Zeitschriften. Rankings beeinflussen Prof. Goel zufolge bewusst oder unbewusst Entscheidungen über Einstellungen, Beförderungen oder die Bewilligung von Forschungsgeldern. Ob Leistung tatsächlich anerkannt wird, kann je nach Bewertungskriterien stark variieren. Forschende, die nach einem bestimmten Bewertungskonzept einen hervorragenden Platz belegen, können in einem anderen Ranking im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen durchschnittlich oder sogar deutlich schlechter abschneiden. „In Anlehnung an den inzwischen schon klassischen Ausspruch ‚publish or perish‘ (Veröffentlichen oder Untergehen) führt das zu einem ungewollten Nebeneffekt nach dem Motto ‚publish and perish‘ – wer im falschen Journal veröffentlicht, steht im Ranking schlecht da“, so Prof. Goel.

Starker Zuspruch von Forschenden

Das alternative Ranking-Portal P-Rank erlebt gerade großen Zuspruch. Im Juni wurden rund 25.000 Besucher*innen verzeichnet und die Zahl der Unterstützer*innen verzehnfachte sich auf rund 1.000 Personen. Der überwiegende Anteil der Zugriffe kommt aus asiatischen Ländern. „Es handelt sich um Länder, die in einer stark von USA und Europa geprägten wissenschaftlichen Community eher wenig beachtet werden. Wir haben da einen Nerv getroffen“, stellt Prof. Goel fest. Einerseits verschaffe das Ranking Forschenden weltweite Sichtbarkeit. Anderseits ermögliche es, unter Berücksichtigung der nationalen Eigenschaften des Wissenschaftssystems, der Anzahl der Ko-Autoren und des Zeitraums eigene wissenschaftliche Leistungen herauszustellen. Letzteres ermöglicht insbesondere eine bessere Würdigung der Publikationsleistung von Nachwuchswissenschaftler*innen. „Die Anpassbarkeit des Ranking-Instruments ist ein wichtiger Schritt raus aus der Ranking-Falle“, fasst Prof. Goel zusammen.

P-Rank: ein anpassbares Publikationsranking

Nutzer*innen von P-Rank (www.publicationranking.net/) können zwischen etablierten Zeitschriftenlisten wählen und so mit ihren Publikationen entsprechend Punkte sammeln: ABDC Journal Quality List (Australien), CABS Academic Journal Guide (Großbritannien), ERIM Journal List (Niederlande), FMS Journal Rating Guide (China), Hcéres liste des revues (Frankreich), oder VHB Jourqual 3 (Deutschland). In der Datenbank sind aktuell über 10.000 Wissenschaftler*innen gelistet. Interessierte können ihre Daten eigenständig ergänzen.

Weitere Informationen: www.publicationranking.net